Dienstag, 31. Juli 2012

Wenn wir andern weh tun

Ist es das, was passiert ist, als "Gott" den Menschen aus dem Paradies vertrieben hat? Dass wir nicht umhin kommen, anderen Menschen weh zu tun? Selbst dann, wenn wir guten Willens sind (und das sind wir meistens alle) gelingt es uns nicht, durchs Leben zu gehen und dabei andere nicht zu verletzen.

Schon als Kinder sind wir gemein zu Geschwistern, Freunden, ja unseren Eltern (zu denen ganz speziell).  Wir nehmen unsere Mitmenschen und deren Gefühle zu wenig wahr. Dazu kommt, dass wir anderen zu oft die Schuld geben, weil wir selber uns doch für gute Menschen halten.

Das sind wir auch, die meisten von uns sind wirklich gute Menschen, aber auch gute Menschen sind fehlbar. Sie sind nicht perfekt. Das macht sie zwar liebenswert, aber manchmal auch nervig bis unausstehlich.

Doch eines können wir tun. Je mehr wir mit uns selber im Reinen sind, desto nachsichtiger sind wir mit unseren Mitmenschen. Darum sollten wir nie müde werden, uns selber besser kennenzulernen.

Siehe auch: http://schattentaenze.wordpress.com/2012/08/02/anderen-weh-tun/


29 Kommentare:

  1. Ja, wir verletzen oft gerade die Menschen, die wichtig für uns sind. Aber wir können das nur, weil auch wir Demjenigen sehr wichtig sind, einen Platz in seinem Herzen haben. Wären wir ihm gleichgütig, könnten wir ihm nicht weh tun. Und wir werden verletzt. Und egal wie sehr man sich im Recht fühlt, aus der Situation heraus für sich vielleicht nicht anders konnte als verletzend sein, ist für mich das Wichtigste ein "Es tut mir leid, ich wollte dir nicht weh tun" aussprechen zu können. Etwas wieder herstellen. Was man anschließend zusammen daraus macht, lernt oder ändert, wird sich finden. Denke ich. Lieben Gruß morgenrot

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    1. Ein schöner Gedanke: Das Grundmuster Verletzung - Vergebung - Höhere Bewusstseinsstufe. So sollte es sein.

      Das Aussprechen von "Es tut mir leid. Ich wollte dir nicht weh tun" ist das eine. Das andere ist der Empfänger oder die Empfängerin dieser Worte. Von ihm oder ihr und der Fähigkeit, der Aufrichtigkeit dieser Worten Glauben zu schenken, hängt ab, ob sich gegenseitiges Vertrauen wieder einstellt.

      Dies gelingt leider nicht immer.

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  2. Darüber habe ich oft nachgedacht und inzwischen bin ich zu der Ansicht gekommen, dass eben nicht alle guten Willens sind, sondern dass es viele rücksichtslose, oder empfindungsarme, oder tatsächlich böse Menschen gibt. Man muss das wissen, um das Verhalten anderer nicht nach den eigenen edlen Maßstäben zu messen. Manche sind einfach rücksichtslos auf sich selbst bedacht. Und damit meine ich nicht einmal ausschließlich meine geschiedene ExFrau.

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    1. Diese Leute haben aber sehr oft immer noch von sich selber das Bild, gute Menschen zu sein. Auch sie beurteilen ihre eigenen Massstäbe als "edel". Das ist ein Dilemma. Diese Leute nehmen ihr Fühlen, Denken und Handeln als richtig wahr. Genau so, wie wir das tun.

      Es gibt aber meiner Meinung nach einen Prüfstein für das "Gut sein": Sind wir bereit, unser Fühlen, Denken und Handeln kritisch zu hinterfragen? Wer dies nicht schafft, mag zwar noch guten Willens sein, ist aber nicht in der Lage, diesen Willen auch zuverlässig in die Tat umzusetzen.

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    2. Ich stimme dir zu. Andererseits ist unser Hinterfragen, unser Reflektieren und die Bereitschaft, das eigene Handeln in Frage zu stellen auch unsere schwache Seite. Damit verlieren wir gegen Menschen, die das eigene Handeln immer für richtig und unseres immer für falsch handeln.
      PS: Und auch diesmal meine ich nicht ausschließlich meine geschiedene ExFrau.

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    3. Aber die geschiedene ExFrau fällt dir bei diesem Themenkomplex schon immer wieder ein, was ;-) ?

      Das Dilemma beschreibst du sehr ansprechend. Und ja, das Reflektieren und die Fähigkeit, uns zu hinterfragen, kann im Kontakt mit von sich selbst überzeugten Menschen dazu führen, dass wir am kürzeren Hebel sitzen. Tauschen mit ihnen möchte ich gleichwohl nicht.

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  3. Hallo,
    auf der Ebene der Musik denke ich an das Stück "Crime of the Century" von Supertramp:

    So roll up and see
    How they rape the universe
    How they gone from bad to worse

    Who are these men of lust, greed and glory?
    Rip off the masks and let's see

    But that's not right, oh no, what's the story?
    But there's you and there's me

    Als äußerer Betrachter fallen uns andere Menschen auf, wie sie gegenseitig wehtun und was sie sich schlimmes antun. In der Innensicht merken wir dann schließlich, dass wir es auch selber sind, die nicht perfekt sind und unseren Mitmenschen genauso schlimmes antun.

    Schönen Tag
    Dieter

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    1. Auf den ersten Blick würde ich dir nur beschränkt zustimmen. Ja, ich tue anderen Menschen manchmal weh, aber nicht aus bösem Willen. Und ich tue schon gar nicht genauso Schlimmes wie ein beliebiger anderer Mensch. Ich lasse zum Beispiel keine Zivilbevölkerung durch Kampfjets bombardieren wie Baschar al Assad.

      Wenn ich aber einen Schritt weiterdenke, bin ich vielleicht gar nicht so weit von Baschar al Assad entfernt. Wäre ich nicht einfacher Bürger eines Landes mit gefestigter demokratischer Tradition, sondern in den Assad-Clan hineingeboren, würde ich vielleicht aus grösster innerer ethischer Überzeugung diese grausamen Dinge tun (bzw. befehlen), die zu meinem Machterhalt und meinem Überleben beitragen.

      Gute Idee übrigens, wieder einmal die Best-Of von Supertramp aus dem Regal zu holen... ;-)

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  4. Das ist mir alles viel zu kryptisch. Was ist passiert?

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    1. Was passiert ist? Eine Beziehung ist zu Ende gegangen. Durch wessen Schuld? Wer vermag das zu sagen?

      Ich finde aber nicht so wichtig, was passiert ist. Mich interessiert mehr das "Kryptische", wie du es nennst. Mein privater Kram - wen soll das interessieren? Aber ich hoffe - und merke auch - dass ein paar Leute durch die Gedanken, die ich mir hier dazu mache, zum Diskutieren und Reflektieren angeregt werden.

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    2. Das Bild wird schärfer.
      Es wirkt nur noch zu passiv - "ist zu Ende gegangen".
      Ich kenne nur "ich habe die Beziehung beendet" oder "er/sie hat die Beziehung beendet". Zum Schluss machen braucht es doch den/die, der/die den Schlussstrich zieht.
      Warst du der aktive Part?

      Ja, mich interessiert privater Kram. Vermutlich mehr als Reflektieren über Cicero.

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    3. Tja, darin unterscheiden wir uns fundamental. Ich reflektiere nämlich pathologisch gerne.

      Zu deinem Versuch, ein scharfes Bild der privaten Situation zu bekommen. Wir sind uns nicht einmal einig darüber, ob und, wenn ja, wer die Beziehung beendet hat. Jetzt wird's kompliziert, gelle ;-) ?

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    4. Na ja, solange du in der Zwischenzeit nicht die frisch auftretenden Strahlen verpasst, vor lauter Reflexion dessen was war ...

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    5. Deine Sorge ist unbegründet. Ich bin kein Anhänger derjenigen Theorie, die Denken und Fühlen auseinander dividiert. Bei mir passiert beides gleichzeitig.

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  5. Privater Kram. Castorp, schreiben wir nicht alle privaten Kram. War die Beziehung dir, euch wertvoll? Ich denke ja, denn du denkst nach, über Verletzungen, verletzt haben und sicher vieles mehr. Um etwas Wertvolles sollte man kämpfen.

    http://lyrikundgedanken.wordpress.com/2011/07/19/sich-trauen/

    "Gibt es etwas Beglückenderes, als einen Menschen zu kennen mit dem man sprechen kann wie mit sich selbst?" (Marcus Tullius Cicero)

    In diesem Sinne
    morgenrot

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    1. Für diese Art von Kampf braucht es immer zwei.

      Schade, dass Cicero schon länger tot ist. Ich hätte sonst all mein Latein zusammengerafft und ihn gefragt, worin denn der Witz liegt, mit einem anderen zu sprechen, wenn man es geradeso gut allein kann.

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  6. Seine Seele jemand anderen mit Vertrauen und ohne Scham und Angst öffnen zu können, Gespräch ohne Grenzen in den Themen, ist etwas Wundervolles und bedarf keinen Sarkasmus. Ich hätte all mein Latein zusammengerafft, um ihm zu sagen, wie Recht er mit seinen Worten doch hat. :-)

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    1. Na, d e i n Satz erscheint mir für die Übersetzung wesentlich einfacher. Aber ich will dir um Himmels Willen nicht unterstellen, dass du aus diesem Grund Cicero Recht gibst. Auf der Ebene des Vertrauens hast du natürlich Recht. Und postum will ich doch hoffen, dass Cicero es in diesem Sinn gemeint hat.

      Wenn er das aber so gemeint hat und den frischen Wind des Dialogischen zu schätzen wusste, dann dürfte er sich über meinen Einwand (sofern ich ihn denn ansprechend hätte in Latein formulieren können) mehr gefreut haben als über deine Zustimmung.

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  7. Um den anderen kämpfen, das kann man alleine und dann, wenn man Glück hat, zusammen um die Beziehung, Freundschaft oder was einen so sehr verbindet, so wertvoll ist... für beide.

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  8. Um den anderen kämpfen, das kann man alleine? Und das Ergebnis ist dann vom "Glück" abhängig? Ich sag jetzt mal vorsichtig.... nein.

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  9. Hey, castorp, du beißt dich an einzelne Worte fest. :-) Natürlich kann man um den anderen kämpfen. Mit selbstverständlichen und auch überraschenden Worten, mit Energie, sich Hinterfragen, Entgegenkommen, Fantasie... Zeit und vieles mehr. Etwas einfach hinnehmen ist der leichte, bequeme Weg. Und ja, wenn man Glück hat, nicht das Losglück, sondern gegenseitiges Verstehen, dann wächst diese Beziehung daran. Auch für die nächste Welle... :-).

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  10. Ich sagte ja "vorsichtig" nein. Es ist immer noch ein vorsichtiges Nein. Die Bereitschaft, die nächste Welle zu kriegen, sollte schon bei beiden Seiten da sein. Sonst schwimmt man gegen die Strömung an.

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  11. Ja, du hast Recht. Die Bereitschaft sollte es auf beiden Seiten geben. Ich schrieb auch sehr selbstbezogen. Möchte so gerne spüren, dass man/er etwas für mich und unsere Beziehung, Freundschaft einsetzt, gerade wenn es hakt. Und es hakt gerade. :-) Mich festhalten, dort an die Hand nehmen, wo ich stehe, und uns aus der Welle ziehen. Vielleicht solltest wenigstens du das versuchen, falls meine deine Situation spiegelt. Egal, wie es ist, du wirst für dich fühlen, was gut ist. Schade, dass ich mit blogspot diesen post mit all seinen Kommentaren nicht Rebloggen kann, denn dann würde ich ihn auf meine Seite mitnehmen... :-)

    So, jetzt lese ich erst einmal deinen neuen Artikel über die Schweizer :-). Habe gerade eine leichte schweizer Lektüre gelesen. Tat ganz gut. Ganz lieben Gruß morgenrot

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  12. Deine Worte treffen mich ziemlich ins Mark...

    http://schattentaenze.wordpress.com/2012/08/02/anderen-weh-tun/

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    1. Ich habe dein eindrückliches Post gelesen. Genau das meine ich, was du darin beschreibst. Einem Kommentar fühle ich mich momentan nicht gewachsen. Wird schon noch. Und Kopf hoch!

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  13. Was wäre wenn....ist nicht.

    Es ist, was ist, es war, was war und was sein wird liegt an uns.

    Warum wir verletzen? Weil es einfacher ist als sich die Wahrheit, nämlich dass wir in manchen Belangen komplett unfähig sind, einzugestehen. Darum werfen wir mit Steinen, denn besser der Andere fällt zuerst bevor wir in unserer Blutlache ersaufen.

    Und diese Selbsterkenntnis ist kaum ein Garant für Nachsicht.

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  14. ich glaube, dass wir am schnellsten lernen wenn es weh tut. Daher ist dieses sich am Anderen reiben wohl vorgesehen - so wie Schleifpapier erst den Diamanten zum Strahlen bringt. Nur in Harmonie zu leben wäre wohl schwierig für unser Wachstum.

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  15. @freudefinder
    Da kann ich Dir nur beipflichten. Genauso ist es. Und es ist unerheblich, ob es sich um eine Liebesbeziehung oder um eine Freundschaft handelt. Aber es ist ein Prüfstein für jede Art von Beziehung...

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  16. ... beide wachsen daran; und auch die Freundschaft. Bisher habe ich es so erfahren dürfen.

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