Mittwoch, 8. Februar 2012

Heimkino 2: Inglorious Basterds

Kranker Mann, kranke Filme: Quentin Tarantino
Quentin Tarantino ist ein kranker Mann, der kranke Filme macht. Eigentlich wollte ich meinen Kommentar zu seinem Film "Inglorious Basterds" nicht weiter verlängern, und noch Stunden, nachdem ich ihn gesehen hatte, schien mir dieser Satz vollauf genügend, um seine Essenz zusammenzufassen.

Heute nun, nachdem ich darüber geschlafen habe, finde ich nun doch, dass es noch ein bisschen mehr dazu zu sagen gibt. Etwa die Frage: Darf man das? Darf man die Geschichte des zweiten Weltkriegs umschreiben und die Führungsspitze des Nationalsozialismus 1944 bei einem Anschlag in einem Pariser Kino sterben lassen? Darf man sich überhaupt keinen Deut um Historizität scheren, wenn man einen historischen Film, oder sagen wir besser, einen Film mit historischem Hintergrund macht? Der ungarische Literaturnobelpreisträger Imre Kertez, Überlebender des Konzentrationslagers Buchenwald, als man ihm die Handlung des Films erzählte: "Wie bitte?"

"Jeder von euch schuldet mir 100 Nazi-Skalps"

Die Fragestunde geht weiter. Darf der Film Grausamkeiten zeigen, die aber so grotesk sind, dass sie die Gewalt verfremden? Darf man David Bowie als Soundtrack verwenden, nur weil die Textzeile "Put it on fire with gazoline" gerade gut zum Filmgeschehen passt? Darf der Film zwischenzeitlich auch lustig sein? Und umgekehrt gefragt: Darf einem so ein Film auch noch gefallen? Ach ja, und der Film beginnt mit einem Zitat. Ob nur ich das gemerkt habe?

Sie darf in keinem Tarantino-Film fehlen: Die schöne Frau als eiskalter Racheengel

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