Sonntag, 12. Februar 2012

Zum Tod von Whitney Houston

Der Tod von Whitney Houston hat mich ähnlich erschüttert wie das Erdbeben der Stärke 4.7 auf der Richterskala, rund 100 km von hier entfernt und in 30 km Tiefe. Ich habe von dem Beben nichts gemerkt, und der Tod der amerikanischen Sängerin lässt mich ebenso unberührt. Und doch beschäftigt es mich, nicht das Beben, sondern dass Frau Houston tot ist.

Zur Glanzzeit der Houston habe ich - immerhin ein Musikjunkie - einen grossen Bogen um sie gemacht, sofern das Ende der 80er und zu Beginn der 90er Jahre überhaupt möglich war. Ich habe auch "Bodyguard" nie gesehen. Der Titelsong "I will always love you" ging mir einfach nur auf die Nerven.

Nervig wie eine Autosirene: Whitney Houston im Film "Bodyguard"
Ihre vordergründigen messbaren Qualitäten als Sängerin sind unbestritten. Fürwahr ist eine "grosse" Stimme gestorben, wenn damit gemeint ist: Eine Stimme, die technisch brillant, kräftig, aber leider für meinen Geschmack überproduziert war. Eine Stimme, die darauf getrimmt wurde "grosse Gefühle" für eine grosse Masse zu bieten. Ja, wenn Grösse so verstanden sein will, dann ist wirklich eine grosse Stimme gestorben.

Für meine Ohren klang Whitney Houston immer gefühlskalt, die Musik hatte etwas Kristallin-Perfektes, etwas Unantastbares, etwas Unwirkliches, nicht ganz unähnlich dem Eindruck, den ich beim Hören von Michael Jackson habe. Seltsam, dass beide in ähnlichem Alter und unter ähnlichen Umständen gestorben sind. Ok, bei Jackson packt einen unweigerlich der Rhythmus.

Da man über Tote aber auch Gutes sagen soll: Vor einigen Jahren bin ich auf einen Artikel über die erste Platte von Whitney Houston gestossen. Ich bin damals neugierig geworden, denn darin wurde behauptet, dass man da noch nicht so viel Überproduktion und Berechnung spüre. Ein noch "unschuldiges" Album, sozusagen. Ich habe den Artikel ins Altpapier geschmissen und ihn wieder vergessen. Ich werde mir ihr Debutalbum besorgen.

Unschuldig und authentischer? Whitney Houston zu Beginn ihrer Karriere

5 Kommentare:

  1. Ich habe es....vor Ewigkeiten gekauft und nicht wirklich oft gehört. Habe mich jetzt erst, nachdem ich diesen Post gelesen habe, getraut zuzugeben, dass mich ihr Tod nicht wirklich berührt hat...Ich kam mir schon vor wie der einzige Mensch, der nicht trauert....Ich kann mit diesen amerikanischen Diven wie o.g. oder, noch schlimmer, Mariah Carey nix anfangen...die wecken keinerlei Gefühl in mir...außer, dass sie mir ziemlich auf den Keks gehen. Deshalb wünsche ich ihnen nicht gleich den Tod, aber Trauer habe ich auch nicht verspürt...

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    1. Jetzt bin ich aber erleichtert! Als ich sah, dass ein Kommentar für dieses Post eingegangen ist, dachte ich schon, ich würde darin als gefühlskalter Unmensch diskreditiert.

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    2. Mir ist noch eine eingefallen, die zu meinen *Don´t likes* gehört...Celine Dion

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  2. Danke für deinen Kommentar auf meinem Blog. Dass ich mich auf vorherige Blogs beziehe, kommt schon mal bei mir vor. Das ist vollkommen richtig, wenn du einen ganz bestimmten Blog lesen möchtest, auf den ich verweise, musst du u.U. lange, lange suchen. Mit dem Link komme ich leider nur bis auf das Label runter. Zusätzlich könnte ich den Tag angeben, wann der Blog geschrieben wurde. Wenn ich aber Lables mit vielen Posts habe, hilft dies beim Suchen nur begrenzt weiter. Zu Witney Houston: ich denke ähnlich wie du über Witney Houston, war nie mein Geschmack, ich erinnere mich aber positiv, weil ich zu dieser Zeit meine Frau kennen gelernt habe und ihr ist ihr Tod durchaus zu Herzen gegangen.

    Gruß Dieter

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  3. Also ich mag irgendwie immer noch nicht glauben, dass sie wirklch tot ist! Es macht mich wütend, wenn ein Leben, das so verheissungsvoll begonnen hat, schliesslich so sinnlos und viel zu früh endet. Ich habe immer die Hoffnung gehegt, dass Whitney ihr Leben wieder in den Griff kriegt und noch einmal so richtig durchstartet. Whitney war ein Teil meiner Jugend. Zu ihren Songs "How will I know..." oder "Wanna dance with somebody" habe ich in der Disco getanzt und ich habe sie unendlich bewundert für diese Kombinatin aus Schönheit, Klasse, Hammerstimme und Talent. Ich habe mir immer gedacht, was für ein seltener Zufall es ist, dass diese vielleicht schönste Frauenstimme der Welt einer Frau gehört, die zudem noch ein wunderschönes Gesicht und eine Modelfigur hat. Was für eine einmalige Kombination! Und diese Frau hatte Klasse. Und dieser schöne Mund, diese Zähne... So unglaublich perfekt!

    Und woran ist sie letzlich gescheitert? Sie hat sich in einen bad boy verliebt. Einen Looser, der sein Selbstwertgefühl auf ihre Kosten aufgebaut hat, indem er sie erniedrigt hat, ihr das Selbstvertrauen genommen hat, sie klein gemacht hat, sie in den Drogensumpf gezogen hat. Er hat sie zerstört.

    Tragisch, dass diese Klassefrau nicht klug genug war, sich von diesem Typen fernzuhalten oder sich wenigstens rechtzeitig von ihm zu lösen. What a waste!

    Und ihre Tochter tut mir leid. Sie hat ihre Mutter verloren, die privat kein Vorbild war, und hat nicht einmal ihre Schönheit geerbt...

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