Mittwoch, 29. August 2012

Danke

Ich möchte mein Schweigen hier kurz unterbrechen für ein unangekündigtes Post. Es geht mir darum, mich ganz herzlich zu bedanken für die Reaktionen, die ich nach meiner Ankündigung, das Bloggen demnächst einzustellen, erhalten habe. Insbesondere danke ich der schwarzen Katze für den Preis, den sie mir zugesprochen hat.

Es wäre nämlich gelogen, wenn ich sagen würde, dass mir diese Reaktionen nicht geschmeichelt hätten. Sie zeigen mir, dass einige doch ein bisschen an meinem Geschreibe hängen und etwas draus für sich herausziehen können. Das ist sehr schön und stimmt mich glücklich.

Es ist ja nicht so, dass ich mit dem Bloggen aufhören werde, weil ich Bloggen nun plötzlich doof und nutzlos fände. Darin liegt ja gerade die Crux bei all diesen kleinen und grösseren Verpflichtungen, die man im Leben eingeht. Nichts davon ist normalerweise blöd und kann man einfach so wieder weglassen. Meine Lesegruppe gehört in diese Kategorie, diese oder jene Leute, die man schon lange einladen wollte, ein Massagekurs mit der Ehefrau, das Fussballspiel morgen Abend, das ich im Stadion sehen könnte, die Gitarrenlektionen, ich könnte hier noch mehr aufzählen.

All das ergibt zusammen einfach zuviel. Was sich eigentlich gut anfühlt, wird zum Ballast. Ich merke es an meiner inneren Unruhe, an zwischenzeitlichen Gefühlen von Verzweiflung, wenn mir alles über den Kopf zu wachsen scheint, mein Gefühl der Lähmung, wenn sich diese Verzweiflung einstellt und die Müdigkeit, die oft schon mittags kommt.

Aber ich trenne mich wie gesagt ja nicht leichten Herzens vom Bloggen. Ich erwische mich im Alltag dabei, wie ich zwei Zeitungsartikel (der Tod von Neil Armstrong und der Paradigmenwechsel des amerikanischen Klimaforschers Richard Muller) lese und sie in einem Aufsatz miteinander verbinden möchte. Ok, das wäre dann einer jener Beiträge gewesen, die im virtuellen Bloggerdorf wieder wenig Resonanz gefunden hätte.

Denn ja, chat noir sieht das schon richtig: Wir bewegen uns hier in einem Dorf, und wie es in einem Dorf halt so ist: Die klimapolitischen Ansichten des Nachbarn interessieren weniger als der Klatsch und Tratsch, den er (mal freiwillig, mal unfreiwillig) liefert. Und zum Dorfleben würde es auch gehören, dass ich als Nachbar auch Interesse an anderen Blogs zeige. Dazu fehlt mir aber definitiv die Zeit.

Das sind die Überlegungen, die mich am Abschied in Raten festhalten lässt. Nochmal: In Raten deshalb, weil mir einige Post-Ideen sehr am Herzen liegen und ich sie mir von der Seele schreiben möchte. Nicht, weil ich meinen Abschied melodramatisch inszenieren will. Das Post über die Typologie der Erotik macht übrigens ermutigende Fortschritte.

Bis bald also

Castorp

2 Kommentare:

  1. Vielleicht solltest du dich davon lösen, dass ein blog eine Verpflichtung ist. Schreibe, wenn du magst und Zeit dafür findest und schreibe nicht, wenn du nicht magst oder die Zeit fehlt. Das Gleiche gilt fürs Lesen. Und lass Nachbarn Nachbarn sein. Man muss einen Blog nicht gleich aufgeben oder sogar löschen. Und die Ankündigung eines Abschiedes auf Raten wirkt auf mich wie eine Rechtfertigung für das, was kommt oder besser, eben nicht kommt... weil du einen Anspruch an dich selbst hast, den du gefühlt vielleicht gerade nicht erfüllen kannst. Na und? Lieben Gruß morgenrot

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  2. Lieber Castorp, ich freue mich, dass Du Dich gefreut hast!

    Mir geht es ähnlich wie Dir, es fehlt mir oft die Zeit oder die Lust zum bloggen. Aber dann gibt es wieder Tage, da muss ich einfach schreiben, trage schon morgens Formulierungen in mir herum und bekomme ein schlechtes Gewissen, wenn ich wegen der bloggerei etwas anderes vernachlässige. Trotzdem denke ich (noch) nicht ans aufhören. Der Inhalt der Postimgs hat sich im Laufe der Zeit geändert, und andere Menschen können viel besser schreiben als ich, aber ich habe Spaß daran und das ist, glaube ich, auch der Sinn des Ganzen.


    Also nochmal, mir tut es leid, wenn Du gehst. Es grüßt Dich aus der Nachbarschaft
    chat noir

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