Ich werde nie heiraten! Auch das war einmal eine Überzeugung von mir. Kinder? Ich? Nein! Das Ergebnis ist den regelmässigen Leserinnen und Lesern dieses Blogs bekannt. Und so sind noch so manche Überzeugungen aus vergangenen Tagen dahingeschmolzen.
Zu meiner Ehrenrettung kann ich sagen, dass zwei wichtige geblieben sind: ökologischer und emanzipatorischer Art. Und ich lebe auch heute nach diesen Überzeugungen, anders als viele andere, die damals diese Überzeugungen teilten, heute aber weit davon entfernt sind.
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| Lebensbilanz delegiert: Das Jüngste Gericht bei der Arbeit |
Nur, was bleibt da den Nicht-Gläubigen unter uns? Woran soll ich mein Leben einmal messen? Habe ich mein Potenzial im Leben ausgeschöpft? Wie bin ich mit anderen Menschen umgegangen, als Sohn, als Ehemann, als Vater, vielleicht einmal Grossvater? Als Freund ..... Habe ich mich entfaltet oder mich von Zwängen einengen lassen? Oder war ich umgekehrt egoistisch und selbstsüchtig und habe verbrannte Erde hinter mir gelassen?
Wie messe ich das alles?
An der Menge von Geld, die ich verdient habe?
An der Menge derjenigen Menschen, zu deren Glück ich beigetragen oder die ich enttäuscht habe?
An der Menge von Frauen, mit denen ich geschlafen habe? An der Anzahl Orgasmen (eigene, andere)? Oder deren Intensität?
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| Vorgetäuschtes Glück. Meg Ryan in When Harry Met Sally |



Die Überzeugungen entwickle ich dort, wo ich selbstbestimmt Handlungen setze oder eben nicht. Wo ich mich für das eine oder andere entscheide.
AntwortenLöschenMit dem Leben ist das so eine Sache: dafür habe ich mich nicht entschieden, ich kam auf die Welt und dann war ich da. Vielleicht liegt es mir deshalb fern, eine Überzeugung für das Leben als solches/ganzes zu entwickeln, weil das nie meine Entscheidung war.
Ein wenig versuche ich nach dem Grundsatz zu leben: jeder ist seines eigenen Glückes Schmied. Ziele setzen, sich selbst reduzieren auf das wesentliche, dabei durchaus auf die Überholspur gehen und die eigenen Möglichkeiten und Fähigkeiten ausschöpfen. Das ist ganz individuell ist dafür wird es keine Art von "Rezeptur" geben. Da wird es auch Anpassungen und Lerneffekte geben, so dass Überzeugungen nicht zwingend als statisch zu betrachten. Mich auch an der Gemeinschaft orientieren, damit ich nicht isoliert als Egoist durchs Leben renne.
AntwortenLöschenSchönen Tag
Dieter
Ich habe vor ein paar Tagen gelesen, dass es kein glückliches Leben gibt, sondern im Leben nur glückliche Stunden. Leider weiß ich nicht mehr, von wem das ist. Aber ich denke, wenn man sich am Ende des Lebens an viele glückliche Stunden erinnern kann, hat man es richtig gemacht. Dabei wird jeder die glücklichen Stunden anders definieren und erleben. So verschieden wir sind, so verschieden ist auch unser Glücksempfinden. Und das ist auch gut so, sonst würden wir alle das Selbe erzählen im Altersheim ;-)
AntwortenLöschen"Worunter ich manchmal leide: Ich habe keine Überzeugung davon, was ein geglücktes Leben ist."
AntwortenLöschenBraucht man das? Mir stellen sich solche Fragen nicht, schon gar nicht kann ich mir vorstellen, wie man daran leiden könnte.
Das Leben ist für mich nicht etwas, das man ableistet und hinterher bewertet - sondern ein Prozess von Augenblick zu Augenblick, während dessen ich jederzeit schauen kann, wie es mir gerade geht.
-> Habe ich Freude und/oder finde Sinn in dem, was ich tue? Oder mühe ich mich genervt ab und wäre lieber anderswo mit anderen Dingen beschäftigt?
-> Habe ich Frieden mit den Mitmenschen, den Nahen, den Ferneren, den nur "funktional" mit mir Verbundenen? Oder gibt es jemanden, dem ich nicht auf der Straße begegnen könnte, ohne unangenehme Gefühl zu haben?
-> Trage ich etwas bei zur Bewältigung dessen, was ich als Probleme der Welt ansehe? Oder bin ich so aufs persönliche Wohlbefinden zentriert, dass mir alles andere egal ist - Hauptsache, es findet nicht in meinem privaten Gärtchen statt?
Das sind quasi ständige innerlich mitlaufende "Glücks-Checks", die ich nicht mal explizit anstellen muss - aber ich würde merken, wenn ihr Ergebnis auf einmal negativ wäre.
Das ist also ein ständiges Controlling. Ich bin dennoch davon überzeugt, dass gegen Ende oder sogar kurz vor dem Ende des Lebens der Moment kommt, in welchem man sich selber Rechenschaft darüber abgibt, was man mit seinem Leben angefangen hat. Eine Art Bilanz.
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