Das Ende der Gruppendynamikwoche naht. Und es ist ruhig geworden. An anderer Stelle wurde die Frage aufgeworfen: Was ist ein typischer Mann? Ich versuche, darauf eine Antwort zu finden. Da mir in dieser Woche von kompetenter Seite geraten wurde, einfach mal laut zu denken, mache ich das hiermit:
Typologie des typischen Manns in 10 Punkten
Typische Männer verhalten nicht so, wie sie als Individuen sind. Sie kennen sich überhaupt nicht als Individuen. Sie verhalten sich so, wie man es von ihnen in ihrer Rolle als Männer erwartet. Erstens reden sie laut. Zweitens lachen sie viel, nämlich drittens über jeden Scheissdreck. Die unangenehmsten von ihnen produzieren viertens diesen Scheissdreck gleich selber. Die schlimmste Sorte (fünftens): Sie erzählen schlechte Witze, die unter die Gürtellinie gehen. Sechstens saufen sie Alkohol in Unmengen. Siebtens: Sie beachten die untypischen Männer gar nicht, weil sie diese achtens für Weicheier, Warmduscher, Psychospinner, Softies und werweissnoch was halten. In der Nähe von Frauen erleiden sie einen Gehirnausfall (diesen netten Ausdruck verdanke ich meiner Tochter, die ihn in Kontakt mit einigen Jungs in ihrer Klasse geprägt hat). Das war neuntens und zehntens wissen sie immer alles besser, waren schon überall, kennen sich in jeder europäischen und aussereuropäischen Stadt supergut aus, haben schon Segeltörns um die Welt und zum Jupiter gemacht.... Das war zehntens.
Nun war das aber kein militärischer Wiederholungskurs, kein Weihnachtsessen und auch sonst nichts Unerfreuliches. Ich habe hier an einem gruppendynamischen Prozess als Teil einer sich selbst untersuchenden Gruppe teilgenommen. Und da sind die typischen Männer plötzlich still geworden. Trüb sitzen sie vor ihren Bier- und Weingläsern. Erkenne dich selbst, heisst ein weises Lebensmotto.
Ich verspüre keine Schadenfreude. Nur Mitleid. Und zwar ehrliches.
Beim nächsten Post gibt es wieder Bilder.
Coole Art und Weise der Betrachtung, hm.
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