Sonntag, 20. November 2011

Stille Freude

Techniker, Spielgestalter, Held meiner Jugend
Lucien Favre war ein Held meiner Jugendzeit. Er spielte beim Servette FC, dem Fussballclub von Genève. Und Servette war damals m e i n e Mannschaft. Die Grasshoppers waren in den 80er-Jahren in der Schweiz das Mass aller Dinge im Fussball. GC hier, GC da. Oder noch Xamax. 


Aber den attraktiven Fussball spielte Servette. Es reichte jedoch meistens nicht für Titel. Sie waren zwar nicht derart erfolglos wie die Mannschaft, an welcher mein Herz heute hängt. Aber dennoch... Beautiful Losers.



Lucien Favre war das Herzstück jenes Teams aus Genf. Er war die klassische Nr. 10 . Der Spielgestalter, der Mann mit dem Auge. Er war die Antithese zu den Kämpfern und Krüpplern auf dem Platz. Der Vater des berühmten Chapuisat bereitete der aktiven Karriere Favres abrupt ein Ende. Achtung! Nichts für schwache Nerven!!


Dass Lucien Favre nun in Mönchengladbach den dortigen Traditionsclub aus seinem Dornröschenschlaf wachgeküsst hat, liegt in der Logik des Fussballs (die es nicht gibt, oder doch?). Gladbach war in den 70er Jahren die Antithese zu Bayern. Gladbach stand für das Wilde, das Unberechenbare, das Aufmüpfige, das Verrückte. 

Leitfigur war ein gewisser Günter Netzer, von dem ich nur vom Hörensagen wusste. Zum Beispiel, dass er sich in einem Pokalendspiel in der Verlängerung selber eingewechselt hat. Und beim Torwandschiessen im aktuellen Sportstudio bis heute den Rekord hält. Und dass er lange Haare hatte.

Ausgerechnet bei GC liess Günter Netzer seine Karriere ausklingen!

Dieses Wochenende hat Gladbach unter Trainer Lucien Favre das bislang überraschend gut aufspielende Werder Bremen zu Hause mit 5:0 wieder in den hohen Norden geschickt. Das Resultat zauberte ein Lächeln auf mein Gesicht. 

Still und leise freute ich mich für das Idol meiner Jugendzeit. Félicitations, Monsieur Favre!

Monsieur Favre gestern beim 5:0 seiner Mannschaft

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen