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| Auch James Stewart hatte seinen unsichtbaren Freund. |
Am liebsten wäre ich sein unsichtbarer Freund, der ihn auf seinem Leben begleitet. Bis heute, und dann könnte ich mit ihm verschmelzen und mit ihm mein anderes - unser gemeinsames - Leben weiterführen.
Er wäre nicht allzu erstaunt, über einen unsichtbaren Freund zu verfügen. Er glaubt noch an Wunder, denn die Welt selber ist noch ein Wunder für ihn, wie für jedes Kind in seinem Alter. Da fällt ein richtiges Wunder gar nicht so sehr auf.
Doch was könnte ich ausrichten? Ich könnte ihm mehr Selbstvertrauen einflössen. Es zumindest versuchen. Wenn er doch nur.... nur etwas mehr von sich selber überzeugt sein könnte. Mehr an sich selber denken könnte, etwas egoistischer sein könnte, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben.
Ich weiss: Er wird bald einmal - zur Unzeit - sich diffus verantwortlich fühlen für Dinge, die ausserhalb seiner Verantwortung sind. Er wird in der Ängstlichkeit seines Vaters mitschwingen. Er wird die seelische Misshandlung einer alkoholsüchtigen Mutter auszuhalten haben.
Und gleichzeitig wird er von seinen Eltern auch Gutes mitnehmen. Die Fürsorglichkeit des Vaters, die Aufmüpfigkeit, den kritischen Geist und den Humor der Mutter. Das Gute nehmen und das Schlechte von sich fernhalten. Ach, wenn ihm das nur gelingen könnte!

Was denkst Du wäre heute anders, wenn der kleine Junge eine unbeschwerte Kindheit gehabt hätte? Wäre er selbstbewusster und egoistischer? Wäre sein Leben anders verlaufen? Denkst Du, er wäre heute glücklicher?
AntwortenLöschenDer kleine Junge hat sein Leben doch gut gemeistert?! Er ist an den Prüfungen seiner Kindheit nicht zerbrochen. Er hat sicher Narben auf seiner Seele, aber er sollte ohne Bitterkeit nach vorne schauen und sich darüber freuen, was aus ihm geworden ist. Er ist liebenswert und er wird geliebt. Und er wird weiter wachsen an den Herausforderungen, die das Leben an ihn stellt und der kleine Junge von damals ist doch längst mit ihm verschmolzen!?
Ja. Er wäre heute glücklicher. Sein Leben wäre anders verlaufen und ja... er hat sein Leben dennoch - so far so good - gemeistert. Das i s t nicht bitter, es ist einfach so. Ich kann nicht zurückschauen und nur das Gute sehen, so wenig, wie ich nur das Schlechte sehe.
LöschenDer Castorp, der hätte sein können, beschäftigt mich im Moment sehr in meinen Gedanken. Ich möchte ihn hier, in meinem Blog, gerne erschaffen. Ich möchte herausfinden, wer er ist. Wer ich sonst noch bin.
Und Deine "verpatzte" Kindheit hindert Dich bis heute daran, glücklich zu sein? Inwiefern?
Löschen"Der Castorp, der hätte sein können..." Das tönt, als ob Du Dein Potential nicht hättest ausschöpfen können. Was hindert Dich daran, der Castorp zu sein, den Du sein möchtest?
Es ist nicht so, dass ich unglücklich wäre. Aber ich weiss von mir, dass mir als Kind das Urvertrauen gefehlt hat, das eben so wichtig ist für ein Kind und den erwachsenen Menschen, der aus diesem Kind hervorgeht. Ich denke, dass ich m i t diesem Urvertrauen heute glücklicher wäre. Aber ja: Ich darf auch sagen, dass ich in meinem Leben als Erwachsener auch Glück hatte und einige gute Entscheidungen getroffen habe, die heute einen Teil dessen ausmachen, was ich bin.
LöschenDie Kindheit war ja auch nicht n u r verpatzt. Aber sie war es auch, teilweise ziemlich. Das ging mir durch den Kopf, als mir dieses alte Kinderfoto in die Hände fiel. Die Frage "Wer bin ich sonst noch?" beschäftigt mich im Moment sehr. Die Frage, welche Möglichkeiten das Leben für ein Kind bereit hält und was es letztendlich daraus macht. Und inwiefern es in unseren Händen liegt, unser Leben zu steuern, unser Glück zu machen.
Haben wir nicht alle so einen Hasen Harvey? Man kann die unsichtbare Figur, die uns zuweilen bestimmt, nennen, wie man will. Sie ist da, und ab und zu hört man auf sie, und wenn es richtig gut läuft, ignoriert man sie. Ich will nicht mehr auf sie hören, und das klappt in letzter Zeit sehr gut. Ich sage nur: Üben, üben, üben!
AntwortenLöschenBei mir ist leider nie ein unsichtbarer Freund aufgetaucht. Ich erlebe mehr ein lebenslanges, inneres Selbstgespräch, das ich zum Teil, seit ich blogge, hier aufschreibe.
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