Donnerstag, 3. Mai 2012

Warum ich den Fussball liebe. Ein Lehrstück.

Der englische Clubname verweist auf
das Heimatland des Fussballs.
Seit letztem Sonntagabend ist endlich ein Stück Lebensfreude wieder in mein Leben zurückgekehrt. Es ist ja nicht so, dass ich ein Jahr lang keine Lebensfreude mehr gehabt hätte. Aber mein Alltag war - ich habe es im vorangehenden Post beschrieben - von einem Nebelschleier besetzt. Was es damit auf sich hat und was den Nebel vertrieben hat, oute ich hier hochoffiziell.

Ich liebe Fussball und als Fussballliebhaber bin ich auch Fan von einem Fussballverein. Mein Verein ist der Ballsportclub Young Boys. Es ist der führende Fussballclub in Bern. Die Vereinsfarben sind gelb und schwarz, also gleich wie der alte und neue Deutsche Meister Borussia Dortmund. Von Meisterehren - selbst in der bescheidenen Schweizer Liga - ist mein Verein aber seit Jahren - ach was sage ich - seit Jahrzehnten entfernt. Mal weiter, mal weniger weit. Die letzten Titelehren konnten die Berner Young Boys in einem Jahr entgegennehmen, in welchem der Autor dieser Zeilen nach damaligem Schweizer Gesetz noch nicht einmal volljährig war und Frau Castorp noch nicht kannte - auch schon eine halbe Ewigkeit her, wenn so etwas denn geben würde. Erschwerend kommt hinzu, dass er damals noch nicht einmal Fan dieses Vereins war. Sein Herz gehörte den "Grenats", den Servettiens aus Genf. Aufmerksame Leserinnen und Leser mögen sich an ein entsprechendes Post erinnern.

Fast ein Jahr lang am falschen Ort: Christian Gross
Man muss es leider so ausdrücken: Die Young Boys haben in der Schweiz den zweifelhaften Ruf, keinen Titel mehr gewinnen zu können. Letzten Sommer nun sollte das Unmögliche mit aller Kraft gestemmt werden. Christian Gross mag in Deutschland bei Stuttgart (nach fulminantem Start) kläglich gescheitert sein - in der Schweiz hatte er immer noch den Ruf des Meistertrainters. Die millionen-, ach was sag ich, milliardenschweren Investoren vom Zürichseeufer wollten den Bernern zeigen, wie man Erfolg kaufen kann. Meistertrainer her, Spieler dazukaufen, kernige Absichtserklärungen in der Presse streuen... Da war doch allen Ernstes prophezeit worden, YB würde werden wie der FC Bayern.

Doch mit dem Fussball ist es wie mit der Liebe: Man kann das Glück in der Liebe nicht herbeireden - nicht auf Dauer. Ebenso wenig, wie man guten Sex herbeireden kann. Oder ein gutes Essen. Oder einen fröhlichen Abend. Im Fussball lässt sich der Erfolg nicht herbeireden. Er stellt sich ein - oder auch nicht. Wichtig bleibt die Freude an der Sache. Fussballspielen kann man nur mit Freude. Da helfen auch keine hohen Spielerlöhne. Guten Fussball kann man nicht kaufen. Begeisterung und Freude kann man nicht herbeiplanen und - wenn das nicht klappt - nicht herbeischwatzen. Und darum liebe ich den Fussball.

Bild mit Seltenheitswert: Zubi mit dem Ball in den Händen.
Es ist noch nicht einmal ein Jahr vergangen seit man in Bern grosse Fussballzeiten versprochen hat. Trainer Gross ist letzten Sonntag freigestellt worden. Mit ihm sein Assistent, den niemand bemerkte, und der Torhütertrainer Pascal Zuberbühler. Zubi, wie er hierzulande genannt wird, ist ein erstaunlicher Mann. Es gab wohl vor ihm auf der ganzen Welt keinen Torhüter, der es mit so wenig Talent für diese Position so weit gebracht hat. Simpelstes räumliches Orientierungsvermögen geht im ab, wenn ein Ball im Spiel ist.

Der neue Trainer soll wenig kosten, mit der hiesigen Mentalität kooperieren und mit dem Team arbeiten, das vorhanden ist. Das sind - und hier meine ich jedes Wort absolut ironiefrei: rosige Aussichten!


5 Kommentare:

  1. krchhh .. hatte nicht Loddarmaddäus neulich verlauten lassen, er wäre bald wieder Trainer. Irgendwo.

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  2. Ich würde sogar DEN nehmen. Das hätte wenigstens Unterhaltungswert.

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  3. DAS nenne ich wahre Leidensbereitschaft ;-) Aber passt auf Eure Missen auf!

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  4. Guter Gedanke! Die aktuelle Miss ist tatsächlich Bernerin.

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  5. Köstlich, was Du über Zubi schreibst! Mein Vater hätte Dein Statement unterschrieben. :)

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