Donnerstag, 10. Mai 2012

Wohin des Wegs, kleiner Mann?

Ein kleiner Junge, Ende der 60-er, Anfang der 70-er Jahre. Wohin geht sein Weg? Was wird ihm in seinem Leben widerfahren? Wer ist er heute? Derselbe? Ein anderer?

Er trägt den gleichen Namen, vor dem Gesetz hat er die gleiche Identität wie heute. Doch an seine Sorgen und Freuden von damals kann er sich heute nicht mehr erinnern. Sein damaliges Ich erscheint ihm unendlich fremd. Und doch... auf eine unheimliche Art vertraut. Was ist in ihm angelegt, was heute sicht- oder spürbar ist? Ist ihm der Weg, den er in den letzten über 40 Jahren gegangen ist, vorherbestimmt oder ist er eine Mischung aus richtigen und falschen Entscheidungen, gepaart mit Zufällen?

Der Stein, auf dem er sitzt, steht heute noch dort. Ein schöner Platz, den der Junge gerne wieder einmal aufsuchen möchte. Da er sich ab und an einen freien Tag gönnt, an welchem er in seinem Land reist, wohin er will, könnte er sich wieder einmal auf diesen Stein setzen, sein linkes Bein anwinkeln und die Aussicht geniessen. Und versuchen, sich zu erinnern, wer er einmal gewesen ist.

4 Kommentare:

  1. Oh! So ein süsser Junge, der kleine Castorp! Zum Knuddeln! :-)

    Vieles von dem, was Dich heute ausmacht, ist Dir sicher schon in die Wiege gelegt worden. Ich bin ziemlich überzeugt davon, dass unser Leben vorbestimmt ist. Was wir als Zufall empfinden und alles, was uns im Leben passiert, ist Teil eines Gesamtkonzepts. Wir sind dazu bestimmt, in diesem irdischen Dasein bestimmte Lektionen zu lernen oder dazu beizutragen, dass andere durch uns lernen und wenn wir dies erfüllt haben, sterben wir. Früher oder später. Und werden wiedergeboren, bis wir so weise sind, dass wir uns nicht mehr auf der Erde abmühen müssen! :-) Daran glaube ich.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Gegen den Glauben ist nun einmal kein Kraut gewachsen. Ich sehe eher umgekehrt: Vieles, was uns als Schicksal erscheint - oder was wir als Schicksal empfinden wollen - ist wahrscheinlich nichts weiter als Zufall. Aber ich bin nunmal ein Skeptiker.

      Löschen
  2. Sie sollten auf den Berg hinaufsteigen und dann so ein Foto machen:

    http://www.porfl.de/blog/fotos-frueher-und-heute.html

    Dann fällt dem Buben auf dem Bild bestimmt ein, wer er einmal war und was heute noch davon übrig ist. Und er wird sich wundern, was heute noch davon übrig ist...

    Beide Fotos stellen Sie dann auf Ihren Nachttisch und diese Fragen tauchen dann nie mehr auf. Hoffe ich ;-)

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ich habe durchaus nichts gegen diese Fragen. Ich würde mich wundern, wenn sie sich jemand n i c h t stellen würde.

      Löschen