Sonntag, 11. September 2011

Der Scheinriese Klassenzusammenkunft

Als ich mitten in der Nacht wieder in meinem Bett lag, war da dieses Gefühl des Aufgehobenseins bei der Erinnerung an das Klassentreffen. Es war nicht der Horror, wie ihn Marlon Brando am Ende von Apocalypse Now für uns alle und in alle Ewigkeit vor sich sieht. Es war ein Heimkommen. Es war familiär. Es war richtig schön.


Nicht, dass alles ganz anders war als früher. Es vieles ziemlich ähnlich. Es w a r die Zeitreise, die ich befürchtet hatte, aber sie machte mir nichts aus. Manchmal sass ich still da, schaute in die Runde und versöhnte mich ... mit dem von Ängsten und Unsicherheiten getriebenen Jungen, der ich damals war.

Manchmal türmen sich Ereignisse vor einem auf, die ihre Schatten weit in die Gegenwart werfen. Sie vergällen einem das Leben. Sehen wir diesen Ereignissen entgegen, so stehen wir wie paralysiert da.

Doch manchmal, und vielleicht etwas öfter als manchmal, kommt alles ganz anders, als man dachte. Wie der Scheinriese Tur-Tur vor Jim Knopf und der Lokomotive Emma schrumpft so ein Klassentreffen zusammen und mündet in ein Hochgefühl. So geschehen am gestrigen Tag, an den ich noch lange mit einem echten Lächeln auf den Lippen zurückdenken werde.

Wie schön. 

1 Kommentar:

  1. Das freut mich sehr für Dich!! Ein Glück, dass Du hingefahren bist und Dich den Geistern der Vergangenheit gestellt hast - anstatt sie zu verdrängen! ;-))

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