Man mag denken über und halten von Frau Buchschacher, die neue Miss Schweiz, was man will: Das Thema Schönheit hat meinem bescheidenen Blog ungeahnte Aufmerksamkeit beschert. Also dann, danke, Frau Buchschacher. Von Herzen wünsche ich Ihnen eine gelungene Regentschaft! Schönheit ist bekannterweise Ansichtssache. Als ich mich zum Beispiel im zarten Alter von 17 Jahren hoffnungslos in eine junge Frau gleichen Alters verliebte (siehe Fell in love for the first time), IHR aber nie etwas davon erzählte, hielt ich SIE für das schönste weibliche Wesen, das es nur geben kann.
Als ich damals drei Freunde (M. , U. und T.) ins Vertrauen zog und ihnen schilderte, was mit mir passiert ist, erntete ich nur Kopfschütteln und Stirnrunzeln. Ich gebe den dazugehörigen Dialog sinngemäss (ist immerhin schon 27 Jahre her) und in hochdeutscher Übersetzung wieder.
Kumpels (Stimmen durcheinander): Was? Die? Warum die?
Castorp (17): Was warum?
Kumpel M.: Ja! Warum, also, das Schlabberzeug, was die anhat....
Castorp: (17): Ja, und?
Kumpel U.: Und auch sonst, die Haare. Ich kenn die. Die wohnt im gleichen Dorf wie ich. (Danke, U., wie wenn ich das nicht schon selbst herausgefunden hätte.)
Castorp (17): Ja, aber die sind doch grad....
Kumpel T. (kam bei Mädchen irrsinnig gut an, ganz im absoluten Gegensatz zu Castorp) : Du brauchst eine Brille. Geh zum Optiker! Dauernd schreibst du bei mir ab, weil du nicht mehr zur Wandtafel nach vorne siehst.
Castorp (17): Das stimmt schon, ja...
Kumpels: Siehst du!
Castorp (17): Hm.
Kumpel T. : Manchmal bist du komisch.
Castorp (17): Ich weiss.
Dennoch war ich davon überzeugt, dass es eines Wunders bedurft hätte, dass SIE sich in mich verliebt hätte. Und Wunder gab es nicht und gibt es bis heute nicht. Die gibt es nur in religiösen Wahnvorstellungen, Märchen und in Theaterstücken von Shakespeare.....
Es mag aus heutiger Sicht kaum überraschen, dass meine Kumpels nicht nur meine Leidenschaft für das Mädchen aus dem Zug nicht teilen konnten. Auch meine anschliessende und aus meiner Verliebtheit resultierende Begeisterung für den Zauberberg von Thomas Mann sowie für andere Grosswerke der Literatur hielt sich in meinem Freundeskreis in engen Grenzen.
Wie kommt es also, dass wir Menschen und Kunstwerke als schön empfinden, die andere gar nicht mal zur Notiz nehmen? Wenn ich in dieser Bloggemeinschaft herausfinde, wer ausser mir noch Short Cuts von Robert Altman für einen genialen Film hält - was habe ich mit diesen Menschen gemeinsam? Welches geheimnisvolle Band hält uns zusammen? (Etwas viel rot...)
Fortsetzung folgt...

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