Montag, 17. Oktober 2011

Einheitsbusen

Originell, begabt, schön: Charlotte Roche
Charlotte Roche ist ein Phänomen. Sie sieht nicht nur sehr, sehr gut aus. Sie hat darüber hinaus einen der schönsten weiblichen Vornamen, schreibt tolle Bücher (obwohl sich da die Geister scheiden, gut so) und hat erst noch auf ganzer Linie Recht, wenn sie dem Playboy ein Interview gibt.


Playboy vom Februar 1981
Damit keine falschen Bilder aufkommen: Auszüge des Playboyinterviews wurden in der Schweiz in der Gratiszeitung Blick am Abend wiedergegeben. Frau Roche hat es da auch gleich auf die Titelseite geschafft. Ich bin also kein Playboyleser oder Playboybetrachter und schon gar kein Playboykäufer. Obwohl... Was wäre dabei? Der grosse John Lennon hat eines seiner letzten Interviews dem Playboy gegeben.


Doch kommen wir nunmehr zum eigentlichen Thema. Zur Veranschaulichung dessen, was Frau Roche aufgefallen ist, betrachte man das folgende Plattencover:


Cary Simon: Keine Geheimnisse


Genau, wir schreiben hier die 70er Jahre. Und woran sieht man das? Frisur? Kleider? Möglich, doch vor allem erkennt man unter Carly Simons Pollover - ja genau - die Brustwarzen. Neudeutsch: die Nippel. 


Während frau in den 70ern noch BHs verbrannte und körperliche Befreiung mit politischer Befreiung einherging, ist der BH-Zwang heutzutage wieder gang und gäbe. Originalton Roche: "Alle Frauen tragen jetzt immer die Hartschalen BHs, man darf keine Nippel mehr sehen. Wieso nicht?" Und frei nach Bob Dylan fährt sie fort: "Wo sind all die Nippel hin?"




So sieht es aus, wenn man Ideale über die Realität setzt
Doch nicht das Verhüllen ist primär das Ziel der Übung, sondern das Aufrüsten. Denn was ist schlimmer, als dass man die Nippel durch den Pullover durchschimmern sieht? Genau! Dass die Nippel zu kleinen Brüsten gehören. Darum: Einschnüren!! Zusammenpressen!! Wie früher mit den Korsetten, als die Damen Ohnmachtsanfälle bekamen. Und zwar darum, weil sie unter akutem Sauerstoffmangel litten. 


Aber was soll das? Wozu, wofür, warum? Nur damit auch kleinere Brüste irgendwas hergeben? Völlig sinnlos! Langsam und zum Mitschreiben. 


1. Kleine


2. Brüste


3. sind


4. sexy


Und ich bin sicher nicht der einzige Mann, der das findet. Klar sind auch grössere Brüste sexy. Hauptsache, sie sind so, wie sie eben sind, von Natur aus und von mir aus auch von den Jahren und vom Babystillen gezeichnet. Zusammengedrückte Brüste sehen überdies nicht sexy aus, sondern einfach zusammengedrückt und ganz langweilig einheitlich. Uniform eben. So zum Beispiel:


Sieht eigentlich gut aus. Eigentlich. 


So sieht es aus, wenn ein Ideal über die Realität gestellt wird. Statt erotischer Individualität regiert steriler Einheitsbrei. Dieses blöde Aufpushen (von chirurgischen Vergrösserungen ganz zu schweigen) erinnert mich an die Zeiten des Kalten Krieges, als Waffenarsenale immer mehr und mehr aufgerüstet wurden.

Lady Gaga veranschaulicht die feminine Form des Wettrüstens


Darum mein Wunsch: Seid friedlich, Frauen! Friedlich mit euch selber. Eure Brüste sind toll. Wir heterosexuellen Männer sind wild danach. Glaubt es mir. Ich bin einer. 


Und die Minderheit der Männer, welche auf Silikonmonster und zusammengepresste Dinger stehen - die sind es doch gar nicht wert, oder? 

1 Kommentar:

  1. Ich weiß auch nicht, was die immer alle mit ihren Brüsten haben.

    Ich finde meine schön und bin davon überzeugt: Dass ich sie schön finde, macht sie auch in anderer Leute Augen schön!

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