Samstag, 15. Oktober 2011

Lesegruppe

Eine meiner Leidenschaften, die mein Leben so lebenswert und reich machen, ist die Literatur. Bücher gelten ja gemeinhin als veraltet, Romanelesen als Weiberzeug. Dass ein einfaches Buch jedoch technisch geradezu revolutionär sein kann, erklärt ein spanischer Kollege unbekannterweise. Danke auch für die englischen Untertitel, obwohl wir die doch gar nicht brauchen würden, oder? Por favor!





Ich bin seit sage und schreibe 15 Jahren schon in einer Lesegruppe. Und die ist so organisiert: Alle sind im Turnus dran mit Vorschlagen. Bei demjenigen Mitglied, das ein Buch vorschlägt, trifft man sich an einem vereinbarten Abend, diskutiert das Buch, das man gelesen haben sollte, und plaudert noch ein wenig bei Brot, Käse, Fleisch und Wein. So will es die Tradition.






Im Rahmen dieser Lesegruppe habe ich schon so manches Buch gelesen, das ich sonst wohl in meinem ganzen Leben auch nur angerührt hätte. Oft war ich glücklich über persönliche literarische Entdeckungen, die ich so machen konnte, manchmal aber auch nicht. 


Wenn ich Freundes- oder Bekanntenkreis und auch schon mal am Arbeitsplatz meine Lesegruppe erwähne, lautet die erste Frage stets: "Wie viele seid ihr denn?"


Dann folgt betretenes Schweigen meinerseits, denn ich vergesse immer, wie viele wir eigentlich im Moment sind. Da haben sich wohl schon viele gefragt, ob ich die Lesegruppe nur erfunden habe, um mich wichtig zu machen. 


Sodann beginnt die Zählerei nach Namen. D. und S. - die beiden sind ein Paar. P., den hat D. mal mitgebracht. Ma auch. A und My sind schon lange dabei. Und U. ist vor weniger als einem Jahr dazugekommen. Die hat My. mitgebracht. Tja, und dann noch ich. Das macht nach Adam Riese (wer war der Typ überhaupt?) acht Leutchens. Und ich bin da der jüngste. Will was heissen, in meinem Alter.  


Adam Riese hat unter anderem die Neunerprobe entdeckt. 
So, ab jetzt weiss ich es, wenn man mich das nächste Mal fragt: Wir sind mit mir acht Leute, drei Männer und fünf Frauen. Und wir treffen uns nächsten Freitagabend. 


Was wir dann besprechen? Alex Capus: Eine Frage der Zeit. 

3 Kommentare:

  1. Eine Lesegruppe...

    Ich dachte immer das gibt es nurin Filmen!

    Gefällt mir aber!

    Vor allem die Idee mit Brot und Wein *lach*

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  2. Ich grüble und grüble, aber ich komm auf keinen Film, in welchem eine Lesegruppe vorkommt.

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  3. Gefällt mir auch. Schade, dass ich so eine schlechte Gastgeberin bin.

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