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| Starkoch Nilsson mit Zutaten. |
In den letzten Tagen habe ich eine kleine Fortsetzungsgeschichte zum Thema "Offene Beziehung" geschrieben und in drei Portionen auf diesem Blog veröffentlicht. Ich bin kein Schriftsteller und hege auch keine derartigen Ambitionen. Aber ich fand, dass die Debatte einerseits etwas frischen Wind gebrauchen könnte. Andrerseits war ich es auch Leid, eine Diskussion über etwas zu führen, das eigentlich gar keiner Diskussion bedarf.
Denn wer mit seinem Partner oder seiner Partnerin eine offene Beziehung führt, macht sich nicht strafbar. Und es ist richtig so, dass sich hier das Gesetz nicht ins Privatleben der Menschen einmischt. Eine offene Beziehung ist noch nicht einmal etwas Unmoralisches, obwohl deren Befürworter sich gerne als tolerante, selbstbewusste Menschen sehen, die gezwungen sind, in einer Welt verklemmter, engstirniger Normen zu leben wie die unbeugsamen Gallier, die in ihrer Enklave vom Römischen Reich umzingelt sind.
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| Toute la Gaulle est occupée par les romains. Toute? Non! |
Was ich beobachte: Nur wenige Menschen in unserem Kulturkreis leben in offenen Beziehungen. Warum wohl? Ich sehe keine andere plausible Erklärung, als die, dass die meisten Menschen eben nicht in einer offenen Beziehung leben wollen. Sie wollen stattdessen das Gefühl der Sicherheit, das ihnen eine monogame Beziehung gibt, auch wenn sich diese Sicherheit manchmal als Illusion erweist, wenn Beziehungen auseinandergehen.
Im Grunde genommen verhält es sich also mit offenen Beziehungen so wie mit rohen Kuhherzen. Eine Minderheit will sie leben, eine Minderheit will sie essen. Wenn in meiner Stadt ein Restaurant eröffnet würde, das Pizza Napoli und Rohes Kuhherz auf die Karte setzt, wird es mit Garantie mehr Pizza verkaufen als Kuhherz.
Und als Pizzaesser dürfte ich meine Zweifel darüber äussern, ob wirklich alle Kuhherzesser ihr Mahl geniessen. Ich dürfte auch über rohe Kuhherzen die Nase rümpfen und mir mit Schaudern vorstellen, wie es wäre, so ein ekliges Stück davon tatsächlich kauen und schlucken zu müssen. Und ich dürfte mir ungläubig und spottreich die Beteuerungen all der Kuhherzesser anhören, welchen Genuss doch der Verzehr von rohem Kuhherz darstellt. All das ist mein gutes Recht.
Bleibt nur die Frage, warum ich durch meine Geschichte teilweise derart dünnhäutige Reaktionen verursacht habe: Entrüstung, Wehleidigkeit, Versuche, mich persönlich zu verunglimpfen und schmollender Rückzug. Ich will hier keine Ursachenforschung für diese Reaktionen betreiben. Ich wollte auch niemanden verletzen. Nur ein bisschen auf die Füsse treten.
Vor allem wollte ich nicht, dass der Austausch zu Ende geht.
Es tut mir Leid. Wirklich. Ohne Ironie.


Ist schon okay, Castorp. Ich schätze Dich wirklich als intelligenten Debattenpartner. "Nur ein bisschen auf die Füsse treten", lasse ich halt mir ungern ;)
AntwortenLöschenMeine Geliebte sagt immer, "lass es uns nicht kaputtreden, sondern einfach leben" ... in diesem Sinne, wünsche ich Dir, auch ganz ohne Ironie, einen guten Abend.
Liebe Grüße
Nouniouce
PS: Guter Post und rohes Kuhherz ist echt nicht schlecht, Du solltest wirklich mal ... ;)
Danke. Eigentlich hatte ich auch noch so etwas wie ein Sorry von dir erwartet. Hm, nein... irgendwie doch nicht.
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